Spätestens beim Kettentausch sollte man auch einen genaueren Blick aufs Schaltwerk werfen. Auch bei regelmäßiger Pflege kann es passieren, dass die beweglichen Teile schwergängig sind, oder die Schaltröllchen verdreckt sind oder nicht mehr richtig laufen. Hier können ein Lappen in Kombination mit dem einen oder anderen Tropfen Öl Wunder wirken…

Werkzeug:
Imbusschlüssel, Mantelheber (Kunststoff!), Pfeifenreiniger,
Lappen, Fett , Öl, eventuell Schraubenkleber

Für die Wartung ist es nicht nötig, das Schaltwerk vom Bowdenzug zu trennen. Allerdings sollte man es für eine Reinigung mit einem passenden Imbus vom Schaltauge (bzw. vom Rahmen) trennen. Nach dem Säubern und Ölen der beweglichen Teile das Schaltwerk wieder anschrauben. Nun kümmern wir uns um die Schaltröllchen…

Vorher
Schaltroellchen vorher klein Da sich die Lager von oberen und unterem Schaltröllchen unterscheiden, sollten beide Rädchen getrennt voneinenader gereinigt werden. Prinzipiell lasse ich die Lager in Ruhe, solange solange es nicht verdreckt oder schwergängig ist. Das obere Röllchen (Shimano) läuft auf einer Walze. Dadurch hat es seitwärts etwas Spiel, und die Kette kann beim Schalten leichter in die Ritzel gleiten. Links und Rechts hat das Rädchen jeweils eine Lagerkappe, die in einer Gummimanschette sitzt – Letzte muss sehr vorsichtig aus dem Röllchen gepult und gereinigt werden um Beschädigungen zu vermeiden. Am besten mit einem Küchentuch oder weichen Lappen reinigen.
Das Lager selbst ist bei besseren Produkten aus Keramik und kann einfach aus der Buchse gedrückt werden. Hier haben sich für die Reinigung Pfeifenreiniger bewährt.
Den groben verkrusteten Dreck auf dem Röllchen selbst kann man recht gut mit dem Mantelheber runterkratzen. Da dieser aus Plastik ist, vermeidet man eine Beschädigung des Röllchens.  Anschließend kommt das Röllchen in ein Marmeladenglas mit Reinigungsbenzin – oder es wird einfach eingefettet, und eine Zeit stehen gelassen, damit sich der Restschmutz lösen kann – in der Zeit kann man sich dem zweiten Röllchen widmen. Anschließend wird dann der letzte Dreck vorsichtig runterpoliert.

Nachher
Schaltroellchen nachher klein Vor dem Zusammenbau werden die Lagerrillen,  in welche die Gummis kommen,mit etwas Fett abgedichtet – ebenso die Innenseite der beiden Lagerkappen. Hier wirklich nur sehr wenig Fett, da das Röllchen ansonsten schwergängig wird. In das Keramik-Lager kommt ein Tropfen Öl. Fett würde auch hier dazu führen, dass das Rädchen schwergängig wird.
Nach dem Zusammenbau werden abschließend die Röllchen selbst von Außen noch leicht abgefettet. Je sauberer das Röllchen ist, desto schwerer hat es der Schmutz, daran haften zu bleiben. Das Ergebnis der Wartung sieht man dann auf dem Foto links.

TIP: Beim Einbau können die Imbusschrauben mit einem Tropfen Schraubenkleber (mittelhart) präperiert werden, um ein herausdrehen der Schraube zu verhindern.

Sind die Schalträdchen zu sehr Beschädigt – oder man hat das Lager bei der Wartung ruiniert – sollte man beim Neukauf auf die Qualität des Lagers achten. Keramik-Lager sind am härtesten und haben somit den geringsten Verschleiß. Wichtig ist außerdem, darauf zu Achten dass die Röllchen zum eigenen Schaltwerk-Modell passen (z.B. gibt es Versionen mit 10 und mit 11 Zähnen) – im Zweifel den Händler fragen.
Wie fasst bei allem im Fahrrad-Bereich sind auch hier nach oben kaum finanzielle Grenzen gesetzt – ich habe schon Schaltröllchen aus Titan für 160 € gesehen! Da der Verschleiß dieser Bauteile aber sehr gering ist reichen hier nach meiner Meinung auch „einfache“ Produkte mit Keramik-Lager, die für ca. 15 € (Paarpreis) zu bekommen sind.

Advertisements