Heute bin ich im Keller bei meinen Magura-Bremsen gewesen. Einerseits, um wegen einer anstehenden Radtour im Harz – und insbesondere den Brocken hinauf, nochmal eine Sichtung vorzunehmen – vor allem aber, da ich auf der letzten Trainingsrunde bemerkt habe, dass die Vorderbremse ein wenig schleift. Bei Hydraulik-Bremsen ist so etwas extrem ungewöhnlich, da die Bremsbelege ja hydraulisch – via zweier fest montierter Kolben – auf die Felge gedrückt werden. Ein sofortiger Stopp zeigte mir, dass der linke Bremsklotz viel zu dicht an der Felge saß, und sich hier etwas Dreck festgesetzt hatte.

Da die Wartung – besonders der etwas älteren Modell nicht ganz einfach ist, hier mal keine kurze Beschreibung zur Justage der Magura HS11 (ältere Modelle vor 2000)

An meinem Rad sind die recht bekannten (und sehr sehr guten!) Magura HS11 montiert. Allerdings eine uralte Baureihe – ich schätze von 1998. Die Wartung gestaltet sich bei diesen älteren Modellen erheblich fummeliger, als bei den aktuellen Modellreihen, hier müssen Bremswinkel- abstand und -höhe gleichzeitig am gelösten Kolbengehäuse justiert werden. Das erfordert ein wenig Übung – besonders auf der Seite mit der Spannvorrichtung zum Entfernen der Bremse. Da ich schon einige Erfahrungen mit noch älteren Magura-Brems-Systemen habe, lief die Wartung aber recht reibungslos. Dabei gehe ich (auf beiden Seiten) folgendermaßen vor:

  1. An denCantilever-Sockel befindet sich eine Stellschraube, auf welcher das Bremskolben-Gehäuse sitzt. Diese wird ggf. gelöst, um die Höhe, in welcher der Bremsbelag auf die Felgenflanke drücken soll, einzustellen. Als Orientierungspunkt dient dafür die Mitte des Bremsbelags.
  2. Außerdem ist zu kontrollieren, ob Bremskolben bzw. Bremsbelag parallel zur Gabel bzw. zur Felge stehen, damit auch mit dem ganzen Belag (und nicht nur mit der Kante) gebremst wird. Ggf. also das Kolbengehäuse in Richtung Felge bzw. Gabel verschieben. Dann kann die Stellschraube wieder angezogen werden (ca. 6 NM)
  3. Obere Klemmschraube des Bremskolben-Gehäuses lösen. Erstens sollte nun der Abstand des Bremsbelages zur Felgenflanke eingestellt werden. Während man bei den neuen Modellreihen einfach die Bremse zieht, um auf diese Weise den ganzen Kolben nach außen aus dem Kolbengehäuse zu drücken (bzw. mit der Hand wieder hineinzudrücken), ist es bei den alten Modellreihen erheblich umständlicher: Hier sitzt der Kolben in einer Gummimanschette, welche sich in das hohl ausgeformte Kolbengehäuse schmiegt. Zieht man hier zu stark die Bremse, kann die Manschette aus dem Kolbengehäuse gedrückt werden. Besser ist es daher, die Klemmschraube ganz zu lösen, den Kolben herauszunehmen und die Manschette per Hand in die richtige Position schieben. Danach wird der Kolben wieder in das Gehäuse eingesetzt. Wichtig: an der hinten sitzenden Kontermutter für die Klemmschraube befindet sich ein justierbarer Stift, welcher das Kolbengehäuse im richtigen Abstand zur Gabel hält – beim Zusammenschrauben darauf achten, dass er wirder an der Gabel anliegt.
  4. Bevor die Klemmschraube festgezogen wird, kann zweitens der Bremskolben selbt im bzw. gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden, damit der Bremsbelag optimal auf die Felgenflanke drücken kann (ggf. muss danach die Höhe des Bremskolben-Gehäuses nochmals nachjustiert werden). Abschließend wird die Klemmschraube mit 4–5 NM festgezogen.
Advertisements